24.03.2025
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„350 Maß Bier, ein Patengarten und ein Heimfahrservice“

„Harte“ Verhandlungen in Palling – Tachings Floriansjünger haben einen Paten

Palling, Taching. Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus, und so traten zahlreiche Tachinger Feuerwehrler vor wenigen Tagen anlässlich des geplanten 140-jährigen Gründungsfestes zum Patenbitten im Saal des Gasthauses Michlwirt in Palling an. Unterstützt von zahlreichen Vereinsmitgliedern reiste man ins Nachbardorf, um deren Vereinsvertreter, um die Patenschaft zu bitten. Nach „harten“ aber auch lustigen Verhandlungen haben sich die Pallinger Verhandlungsführer „breitschlagen“ lassen und machen den Tachingern an deren Festwochen zwischen 18. Juni und 22. Juni den Paten.


Sehr zum Erstaunen der Pallinger Feuerwehrleute marschierten die Floriansjünger aus Taching in den Saal ein, allen voran die Tenglinger Blasmusik, die Schirmherrin und Tachings Bürgermeisterin Stefanie Lang sowie Patenbraut Manuela Lechner. „Wir sind gerade zufällig in der Gegend und wollten hier heute einfach eine Marschprobe machen“, betonte Tachings Vorstand Josef Gramminger, was allerdings die Pallinger Feuerwehrleute nicht so recht glauben wollten.


Palling forderte 800 Maß Bier
Nach einer ersten Stärkung nahm Josef Gramminger „seinen gesamten Mut zusammen“ und rückte mit dem eigentlichen Grund des Besuchs heraus. „Wir sind heute hier, um euch um die Patenschaft für unser Gründungsfest zu bitten“, sagte er in Richtung des Pallinger Vereinschefs Christian Waldherr. Dieser zeigte sich von Beginn an verhandlungsbereit und meinte, „bei 800 Freimaßen sind wir gerne bereit euch den Paten zu machen“, was den Auftakt eines intensiven Verhandlungsmarathons bildete.


Launig und schlitzohrig führten Josef Irlacher und Wolfgang Helmberger als Ansager durch den Abend. Außerdem mussten die Tachninger so manch eine Bewährungsprobe meistern. Die Auftaktaufgabe wurde an Festleiterin Katja Stockhammer gestellt. Die Gastgeber hatten einen „Heißen Draht“ in Form der Zahl „140“ vorbereitet, den es zu meistern galt. Begleitet wurde sie vom Vorstand, dem Kommandanten sowie dem Schriftführer, die bei jeder versehentlichen Berührung mit einem großen Schluck „Spezialsud“ aus dem Hause „s´Schmid Bräu“ verköstigt wurden.


An den Haltepunkten musste Katja Stockhammer außerdem knifflige Fragen beantworten und beispielsweise erraten, wie viele Reifen die Pallinger Einsatzfahrzeuge insgesamt haben. Falsche Antworten wurden durch die beiden Moderatoren konsequent mit einem Schnaps geahndet, was sich nicht unbedingt positiv auf den weiteren Verlauf des „Heißen Drahtes“ ausgewirkt hat.


Pallings Bürgermeister zeigt sich großzügig
Mitten in den Verhandlungsrunden starteten die Tachinger Delegierten einen neuen Versuch, die Pallinger Gastgeber mit einem Fass Bier gnädig zu stimmen. Dem kam allerdings Pallings Vorstand zuvor als er deren 1. Bürgermeister Franz Ostermeier überzeugte, auch ein Fass zu spenden. Mit zwei kräftigen Schlägen stellte das Pallinger Gemeindeoberhaupt seine „Anzapfkünste“ eindrucksvoll unter Beweis. Somit mussten die Tachinger Vertreter notgedrungen mit dem „Heißen Draht“ weitermachen. Sie durften allerdings die Teammitglieder an der Trinkvorrichtung austauschen.


Trotz der „Tortur“ wurden sich die Verhandlungsführer noch nicht einig und somit kamen die vorbereiteten „Holzscheiteln“ zum Einsatz. Damit sich niemand von den Tachinger Bittstellern aus der Verantwortung stehlen konnte, waren diese bereits mit den passenden Namen versehen. Wie die Tachinger Feuerwehrleute schmerzhaft feststellen mussten, fertigten die Pallinger Feuerwehrleute „extrem spitze“ Kanten an. Lediglich die Patenbraut Manuela Lechner durfte es sich auf einem „Sitz-Scheitel“ bequem machen.


Heimfahrservice als „Zuckerl“
Diese Maßnahme zeigte dann aus Pallinger Sicht recht zügig Wirkung und die Rädelsführer wurden sich zügig bei „350 Maß Bier und einen eigenen Patengarten am Festzelt“ einig. Dies wiederum gefiel den Pallingern im Saal noch nicht so recht und so forderte das Plenum noch einen eigenen Heimfahrservice für die Mitglieder des Patenvereins. Dieser Forderung kamen die Tachinger Vertreter dann schließlich auch noch nach und Festleiterin Katja Stockhammer sowie Vorstand Josef Gramminger besiegelten per Handschlag mit dem Pallinger Vorstand Christian Waldherr die Patenschaft.


„Wir sind zwar um einige Maß Bier ärmer geworden, dürfen uns aber dafür auf einen feierfreudigen Patenverein aus Palling freuen“, so das erste Fazit der Festleiterin. Der Abend endete in geselliger Runde, an dem die Gäste aus Taching noch ein weiteres Fass Bier „aus dem Ärmel zauberten“ und so ihre Dankbarkeit für die neuerliche Patenschaft der Feuerwehr Palling unterstrichen. Diese waren bereits im Jahr 2009 der Patenverein, als die Feuerwehr Taching ihr 125-jähriges Gründungsfest feierte und 2018 machten die Tachinger den Paten beim 150-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Palling.


Nun steht der Festwoche bei der Feuerwehr Taching nichts mehr im Weg. Den Auftakt bildet am 18. Juni der Bieranstich als „Tag der guten Nachbarschaft sowie Tag der Vereine, Betriebe und Hütten. Am 19. Juni findet ein Konzertabend mit den Fäaschtbänkler’n statt ehe einen Tag später das „Wein- und Weißbierfest“ mit dem „Postamt Trio“ über die Bühne gehen wird.


Einen weiteren Höhepunkt bildet der Kabarettabend mit der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ am 21. Juni. Den krönenden Abschluss der Festwoche anlässlich des 140-jährigen Gründungsfestes bildet der Festsonntag am 22. Juni, zu dem sich bereits zahlreiche Feuerwehrvereine aus der Region angemeldet haben und auch die gesamte Dorfgemeinschaft mit den Jubilaren feiern wird. Hob

Text
Hubert Hobmaier
Kreisfeuerwehrverband Traunstein
Rudolf Jauernig
Feuerwehr Taching

Bilder
Feuerwehr Taching
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