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Übungsmarathon für über 100 Feuerwehr-Einsatzkräfte
Bergen. Einsätze am laufenden Band bewältigten die Feuerwehren beim großen Übungstag, der von der Freiwilligen Feuerwehr Bergen organisiert wurde. Die über 80 Aktiven von sieben Wehren aus dem Inspektionsbereich Traunstein Land 2/1 wurden mit neun unterschiedlichen Notfallszenarien konfrontiert, die von den Mitgliedern der Gruppe für Realistische Unfalldarstellung der Malteser täuschend echt nachgestellt wurden. Schwerpunkte der Großübung war die umfassende Erkundung bei den verschiedensten Notfallszenarien, die Abwägung, wie weiter vorgegangen und welche Einsatztaktik verfolgt wird, die eindeutige und klare Befehlsgebung und die tatsächliche Umsetzung zur Menschenrettung und Abarbeitung des Einsatzes.
Ob Kellerbrand im Jugendtreff, Gasaustritt im Schwimmbad, Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, einem Fahrradunfall, bei dem die Lenkerin unter einem Lkw zu liegen kam, ein Arbeitsunfall, bei dem der Hausmeister ein Fingeramputation erleidet, ein Forstunfall mit „Person unter Baum“ oder einem Mann, der in einer Maschine eingeklemmt wird – die Floriansjünger mussten all ihr Können, von der Erstversorgung von Verletzten über die Menschenrettung mit hydraulischen Geräten bis zum Lösch- und Gefahrguteinsatz aufbieten, um die gestellten Unfallsituationen abzuarbeiten.
Zum Beispiel wurden die Einheiten bei einer der Stationen mit dem Stichwort „B 3 – Brand im Jugendtreff – Personen in Gefahr“ alarmiert. Bei der Erkundung stellte sich heraus, dass mehrere Personen vermisst sind, was eine intensive Absuche, auch im Umfeld des Einsatzortes notwendig machte. Die Verletzte wurden von den Rettungskräften in Sicherheit gebracht und aus dem Keller wie vom Dach gerettet, wo sie sich hin geflüchtet hatten. Personen mit Brandverletzungen wurden erstversorgt, unverletzte Betroffene betreut. Nach Ende der Löscharbeiten, die die Feuerwehrkräfte geschützt mit Atemschutzgeräten durchführten, folgte die Belüftung der Räume, um den Brandrauch aus dem Gebäude zu blasen.
„Gasaustritt - Gefahrgut“ – unter dieser Überschrift stand eine weitere Übungsstation. Mitarbeiter eines Schwimmbads sackten nach dem Mischen von chemischen Substanzen plötzlich bewusstlos zusammen. Die Ursache dafür war zunächst nicht bekannt und so war achtsames Vorgehen und der Eigenschutz der Einsatzkräfte das eigentliche Übungsziel. Die Rettung der Bewusstlosen konnten nur durch Atemschutzträger erfolgen. Wegen eines engen Treppenhauses gestaltete sich die Rettung jedoch schwierig. Aufgabe war es zudem den Gefahrenbereich abzusperren und das Gefahrgut auffangen und zu bestimmen.
Ganz anderes gelagert der Einsatz bei einem Verkehrsunfall, bei dem eine Fahrradfahrerin, die mit ihrem Säugling unterwegs war, mit einem Lkw zusammenprallt war. Mutter und Kind werden schwerverletzt und teilweise unter dem Lastwagen eingeklemmt. Das Kleinkind wurde von Feuerwehr-Sanitätern reanimiert, die Mutter erstversorgt. Wenn es um die Rettung und Erste Hilfe von Kindern geht, ist dies für Rettungsdienst, ebenso wie für Feuerwehrhelfer eine hohe psychische Belastung.
Als Übungsbeobachter waren Mitglieder der Kreisbrandinspektion und einige Kommandanten aus dem Inspektionsbereich tätig. Sie gaben nach Ende der einzelnen Übungen Rückmeldung an die Übungsgruppen, was bei den Rettungsaktionen gut gelaufen, aber auch welche Fehler man hätte vermeiden können. Kreisbrandinspektor Rupert Kink würdigte die Leistungen der Feuerwehrler aus Ruhpolding, Inzell, Vachendorf, Erlstätt, Grabenstätt, Holzhausen und Übersee. Der Übungstag sei ein wertvoller Beitrag zur Schulung junger Führungskräfte und Zusammenarbeit der Einheiten mehrerer Wehren.
„Es gibt immer den ein oder anderen Punkt, der verbessert werden kann. Aber genau deshalb werden die Übungstage veranstaltet,“ betonte Kink. Ein besonderes Lob ging an die rund 20 Aktiven der Feuerwehr Bergen, die den Übungstag perfekt vorbereitet und den Kameraden aus den Nachbarwehren herausfordernde wie lehrreiche Aufgaben gestellt hatten.
Bergens 2. Bürgermeister Josef Gehmacher, der den ganzen Übungstag mit dabei war, zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Herausforderungen, die den Einsatzkräften gestellt, vor allem aber wie alle Notfälle gemeistert wurden. Den übenden Einheiten sprach er ein Kompliment für das ehrenamtliche Engagement aus. Als kleines Dankeschön für die Strapazen und den engagierten Übungseinsatz gab es für alle Teilnehmer am Ende eine Brotzeit, die von der Gemeinde Bergen spendiert wurde. pv.
Bericht: Peter Volk
Bilder: Daniela Steiner, Wolfgang Gasser