15.05.2026
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Jugendfeuerwehr Kay absolviert 24-Stunden-Übung

Intensives Übungswochenende – Rätselhafter Stromausfall

Tittmoning, Kay. Kürzlich verwandelte sich das Feuerwehrhaus in Kay in eine rund um die Uhr besetzte Feuerwache. Mit Schlafsack, Isomatte und viel Motivation traten am Freitag zwölf Jugendliche der Jugendfeuerwehr Kay ihre 24-Stunden-Schicht an. Der Dienstplan war abwechslungsreich gestaltet: Neben theoretischen und praktischen Übungseinheiten stand beispielsweise auch eine Einheit Dienstsport auf dem Programm – ganz wie bei einer echten Berufsfeuerwehr. Natürlich wurde der Ablauf immer wieder durch unangekündigte Übungseinsätze unterbrochen.


Kurz nach Schichtbeginn erfolgte bereits die erste Alarmierung: In Reit war es zu einem Verkehrsunfall gekommen. In Windeseile rückten die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Betreuern aus. Vor Ort bot sich ein anspruchsvolles Szenario: Ein Traktor war mit einem Pkw zusammengestoßen, insgesamt drei Personen waren bewusstlos.
Sofort begannen die Jugendlichen mit der Betreuung der verletzten Personen und dem Aufbau der Rettungsgeräte. Anschließend durften alle selbst Hand anlegen. Gemeinsam mit den Betreuern wurde der Pkw in Einzelteile zerlegt. Nach knapp zwei Stunden konnte die Kayer Jugendfeuerwehr wieder ins Gerätehaus zurückkehren.


Plötzlich saß der Nachwuchs im Dunkeln
Dort wurde gemeinsam zu Abend gegessen, ehe anschließend der Dienstsport auf dem Plan stand. Doch auch diese Einheit wurde durch einen simulierten Stromausfall im Gerätehaus unterbrochen. Mithilfe verschiedener Rätsel wurde die Jugendfeuerwehr durch das gesamte Feuerwehrhaus gelotst, um die Stromversorgung wiederherzustellen. Nach diesem ungewöhnlichen Szenario sollte der Abend gemütlich mit Gemeinschaftsspielen ausklingen. Doch es dauerte nicht lange, bis die Pager erneut Alarm schlugen.
Diesmal wurde zu einem Kleinb

rand im Freien alarmiert. In einer örtlichen Kiesgrube stand ein kleines Holzhäuschen in Flammen. Bereits auf der Anfahrt war der Feuerschein aus einiger Entfernung sichtbar. Zügig wurde ein Löschangriff aufgebaut und das Feuer gelöscht. Anschließend kontrollierten die Jugendlichen die Brandstelle mit der Wärmebildkamera, um sicherzugehen, dass sich keine Glutnester mehr im Inneren befanden.


Gegen Mitternacht war auch dieser Einsatz erfolgreich abgearbeitet und die Jugendfeuerwehr konnte abrücken. Nach kurzen Aufräumarbeiten am Feuerwehrhaus trat die Mannschaft die Nachtruhe an.


Die Nachtruhe währte nicht lange
Die Nacht war jedoch kurz: Bereits um 6 Uhr morgens wurde die Kayer Jugendfeuerwehr erneut alarmiert. Eine Anforderung der Polizei im Rahmen einer Vermisstensuche war diesmal der Grund für den Einsatz. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Jugendlichen wieder einsatzbereit und machten sich auf den Weg zur Einsatzstelle.


Während ein Teil der Jugendmannschaft unter der Leitung von Jugendwartin Lisi Zell mithilfe von Wärmebildkameras nach der vermissten Person suchte, kümmerte sich der Rest der Mannschaft gemeinsam mit Jugendwartin Julia Lechner und dem Betreuerteam um den Aufbau der Einsatzleitung. Auf einer Lagekarte wurden die bereits abgesuchten Bereiche markiert, sodass keine Fläche versehentlich doppelt kontrolliert wurde.


Da die erste Gruppe die Person zunächst nicht finden konnte, wurden anschließend die Aufgaben gewechselt. Nach einiger Zeit kam schließlich der erlösende Funkspruch: „Vermisste Person gefunden.“ Mithilfe einer Krankentrage wurde die Person – in diesem Fall eine Übungspuppe – aus dem Wald gerettet und an den fiktiven Rettungsdienst übergeben.


Nach diesem aufregenden Start in den Morgen hatten sich die Jugendlichen ihr Frühstück mehr als verdient. Anschließend stand die Überprüfung der Hydranten auf dem Dienstplan. Um im Einsatzfall bestens über die Hydranten im Gemeindegebiet informiert zu sein, ist es wichtig, diese regelmäßig zu kontrollieren und ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Glücklicherweise befanden sich nahezu alle Hydranten in einwandfreiem Zustand.


Da es Zeit für das Mittagessen wurde, machten sich die Jugendlichen auf den Rückweg zum Gerätehaus. Doch das Essen musste noch etwas warten: Kurz vor 12 Uhr ertönte erneut der Alarm. Diesmal erwartete die Jugendlichen ein klassisches Einsatzstichwort: „THL 1 – Auslaufende Betriebsstoffe“.


Mit Schaufeln und Besen ausgerüstet beseitigten die Jugendlichen die „Ölspur“, die in diesem Fall aus Wasser und Kakaopulver bestand. Dabei bewährte sich einmal mehr das Motto „Viele Hände – schnelles Ende“: Dank guter Teamarbeit war die Ölspur innerhalb kürzester Zeit gebunden.


Anschließend wartete bereits der angeheizte Grill auf die fleißigen Einsatzkräfte. Zum Abschluss gab es bei sommerlichen Temperaturen noch ein Eis, bevor die Jugendlichen gemeinsam mit den Betreuern ins Feuerwehrhaus zurückkehrten. Dort begannen die Aufräumarbeiten, denn die vergangenen 24 Stunden hatten auch im Feuerwehrhaus ihre Spuren hinterlassen. Das Schlafquartier musste geräumt werden und auch in der Fahrzeughalle gab es einiges zu tun.


Ein Alarm erlöst den Nachwuchs beim Aufräumen
Während der Reinigungsarbeiten ertönten erneut die Pager: In Holzhausen war eine Person eingeklemmt. Sofort wurden die Arbeiten unterbrochen und erneut ausgerückt. Eine Übungspuppe war zwischen mehreren Baumstämmen eingeklemmt und sollte mithilfe eines Hebekissensystems befreit werden.


Besonders beeindruckt zeigte sich das Betreuerteam davon, dass die Jugendlichen bereits selbst einen genauen Plan zur Rettung der Person entwickelt hatten. Nachdem auch dieser Einsatz erfolgreich abgearbeitet worden war, stand noch die abschließende Reinigung des Feuerwehrhauses an. Gemeinsam wurden das gesamte Gebäude sowie die Fahrzeuge wieder auf Vordermann gebracht.


Pünktlich zum Dienstende waren schließlich alle Aufgaben erledigt und das gesamte Team versammelte sich zur „Dienstübergabe“ mit anschließendem Abschlussgespräch.


Zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten
Neben einigen müden Gesichtern gab es viel Lob von den Jugendwartinnen Julia Lechner und Lisi Zell. Es sei schön gewesen zu sehen, wie alle zusammengeholfen und sich auch an neue Aufgaben herangetraut hätten – beispielsweise an den Umgang mit Spreizer und Schneidgerät, so die Jugendwartinnen.


Besonders vom letzten Einsatz zeigte sich das Betreuerteam begeistert: „Zu uns zu sagen, dass ihr bereits einen Plan habt und uns gar nicht braucht, ist eine großartige Leistung. Das zeigt, wie gut ausgebildet ihr seid. Dazu gehört auch viel Selbstbewusstsein.“ Auch Kommandant Michael Poschner zeigte sich mit den vergangenen 24 Stunden sehr zufrieden. Er hoffe, dass alle Jugendlichen Freude an der Übung hatten und der Feuerwehr weiterhin treu bleiben.

Text
J. Lechner, Feuerwehr Kay
Hubert Hobmaier, Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Bilder
Feuerwehr Kay