05.01.2026
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Ein bewegtes Jahr bei den Feuerwehren am Waginger See

Mehrere neue Kommandanten – Viele schwere und große Einsätze

Petting. Hinter den 20 Feuerwehren rund um den Waginger See, zusammengefasst im „Inspektionsbereich Florian Traunstein Land 3“, liegt ein bewegtes Jahr 2025. Neben zahlreichen schweren und größeren Einsätzen investierten die Ehrenamtlichen viel Zeit in die Nachwuchsausbildung sowie in den Übungsbetrieb. In mehreren Feuerwehren wurden zudem neue Kommandanten an die Spitze der Aktiven gewählt, und bei der Feuerwehr Lampoding konnten zwei neue Einsatzfahrzeuge in Dienst gestellt werden. Bei der Dienstversammlung der Kommandanten sowie deren Stellvertreter berichteten mehrere Vertreter der Kreisbrandinspektion über das abgelaufene Jahr und machten einen Ausblick auf die kommende Zeit.


Die Kommandanten und ihre Stellvertreter kamen dazu kürzlich zu ihrer Dienstversammlung im Gasthaus Riedler in Petting zusammen. Dabei informierten Kreisbrandinspektor Günter Wambach sowie die beiden Kreisbrandmeister Hans Heinrich und Georg Fleischer über das abgelaufene Jahr und gaben zugleich einen Ausblick auf 2026.


Das Einsatzgebiet der Feuerwehren im „Land 3 Bereich“ erstreckt sich von Wonneberg, Nirnharting und Petting im Süden sowie Asten im Norden und von Palling, Freutsmoos und Otting im Westen bis nach Pietling, Fridolfing und Kirchanschöring im Osten. Außerdem waren Vertreter aus dem Inspektionsbereich „Florian Traunstein Land 1“ anwesend, die über das Lehrgangswesen sowie die fortschreitende Digitalisierung im Feuerwehrwesen berichteten. (Bereits berichtet)


„Zwölf der insgesamt 20 Feuerwehren haben sich im vergangenen Jahr einer Leistungsprüfung unterzogen“, blickte Kreisbrandinspektor Günter Wambach zurück und bewertete das Jahr insgesamt als „zufriedenstellend“. An insgesamt 17 Terminen traten 214 Frauen, Männer und Jugendliche an. Dabei meisterten 171 Aktive entweder das Leistungsabzeichen Brandbekämpfung oder Technische Hilfeleistung, während 43 Nachwuchskräfte das Jugendleistungsabzeichen ablegten.


Lobende Worte fand Günter Wambach insbesondere für die Feuerwehr Lampoding, die an insgesamt fünf Terminen mit zu Leistungsprüfungen angetreten war. An vier Terminen wurde das Abzeichen „Löschangriff“ durchgeführt und einmal wurde das Jugendleistungsabzeichen abgenommen. „Die Übungen für die Abzeichen festigen die Handgriffe und Abläufe für ein erfolgreiches Tätigwerden bei Einsätzen“, betonte der Kreisbrandinspektor. Zugleich ermutigte er die anwesenden Kommandanten, auch im neuen Jahr den hohen Ausbildungsstand zu halten und die dafür notwendigen Ausbildungseinheiten konsequent durchzuführen.


Die Abläufe bei einem Großbrandalarm wurden im vergangenen April unter anderem bei einer Einsatzübung am Krankenhaus in Fridolfing geprobt. „Derartige Übungen sind wichtig, damit das Zusammenspiel zwischen den Feuerwehren sowie mit anderen Hilfs- und Rettungsdiensten trainiert wird“, unterstrich Wambach. Für das neue Jahr warb er dafür, vergleichbare Übungen durchzuführen, und sicherte sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung die volle Unterstützung der Kreisbrandinspektion zu.


Im September vergangenen Jahres fand bei den Feuerwehren Palling und Freutsmoos ein Übungssamstag statt. In sieben unterschiedlichen Szenarien „wie sie das Leben schreibt“ wurden rund 120 Einsatzkräfte aus dem Kreisbrandmeisterbereich „Florian Traunstein Land 3/1“ – also den Feuerwehren entlang des Waginger Sees – als Teilnehmer, Beobachter oder Verletzendarsteller gefordert. Für das neue Jahr sind nun landkreisweite Ausbildungstage mit unterschiedlichen Schwerpunkten geplant, zu denen sich die Feuerwehren gezielt anmelden können.


Insgesamt wurden im Inspektionsbereich sieben verschiedene Grundlehrgänge angeboten, in denen 122 Nachwuchskräfte ausgebildet wurden. Mehrere Feuerwehren und Gemeinden stellten hierfür ihre Räumlichkeiten sowie Ausrüstung zur Verfügung. „Egal ob Basis- oder Abschlussmodul oder die Grundlagen der Technischen Hilfeleistung – ohne die breite Unterstützung durch ehrenamtliche Ausbilder und das Bereitstellen der notwendigen Infrastruktur wäre keine fundierte Ausbildung möglich“, zeigte sich Günter Wambach überzeugt und dankte ausdrücklich für dieses Engagement.


Bei den Feuerwehren gab es im vergangenen Jahr zudem einige personelle Veränderungen. In Asten stehen nun Bernhard Mayer und Fabian Dandl als Kommandanten an der Spitze der Feuerwehr. In Fridolfing wurde Michael Prams zum zweiten stellvertretenden Kommandanten gewählt. Michael Poschner ist neuer Aktivenchef bei der Feuerwehr Kay, während in Kirchanschöring Martin Perschl und Matthias Wimmer das neue Führungsduo bilden.


In seinem Einsatzrückblick berichtete Wambach von zahlreichen, teils schweren Einsätzen. Mehrfach mussten die Feuerwehren zu schweren Verkehrsunfällen ausrücken. Gleich zu Jahresbeginn wurde im Nirnhartinger Ortsteil Plattenberg ein Großbrandalarm in einem landwirtschaftlichen Betrieb ausgelöst. Im April kam es im Schönramer Filz bei Petting sowie in Kirchanschöring zu Flächen- beziehungsweise Waldbränden.


Einer der größten Einsätze war die Explosion in einem Wohnhaus bei Tengling im Mai. Im Juni waren die Feuerwehren bei einem Traktorbrand in Pietling gefordert. Ebenfalls im Mai musste die Feuerwehr Waging zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Staatsstraße 2105 nahe dem „Seeteufel“ ausrücken. Im Juli sorgten eine brennende Gasflasche auf dem Campingplatz in Waging sowie ein brennender Holzstapel bei Palling für Einsätze. Im August kam es im Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr Lampoding zu einer groß angelegten Suchaktion auf und entlang des Waginger Sees.


Auch witterungsbedingte Einsätze hielten die Feuerwehren auf Trab. Am Heiligen Abend wurde beispielsweise die Feuerwehr Otting zu einem umgestürzten Baum gerufen. Dass die Feuerwehren auch an Feiertagen jederzeit einsatzbereit sind, zeigte sich ebenfalls: In den Nachtstunden des Heiligen Abends eilten die Feuerwehren Otting und Waging zu einem Brandalarm nach Kammer, und in der Neujahrsnacht musste die Feuerwehr Waging zu einem Kleinbrand ausrücken.


In Lampoding konnten dank einer Landesbeschaffung für die sogenannte Ölwehrkomponente zwei neue Einsatzfahrzeuge stationiert werden. Ein Kommandofahrzeug sowie ein geländegängiges UTV stehen der Wehr nun zur Verfügung und kommen auch bei überörtlichen Hilfeleistungen, etwa im Rahmen von Hilfeleistungskontingenten, zum Einsatz.


Den Abschluss der Dienstversammlung bildete ein Fachbericht zur Suchaktion am Waginger See. Günter Wambach reflektierte dabei den Einsatzverlauf und teilte wichtige Erkenntnisse, unter anderem zum Nutzen des geländegängigen UTV, das der Feuerwehr Lampoding seit dem vergangenen Jahr zur Verfügung steht. Abgerundet wurden seine Ausführungen mit einem großen Lob an die Kommandanten: „Dank eures unermüdlichen Einsatzes und eures großen Engagements können sich alle Bürgerinnen und Bürger in unserem Inspektionsbereich rund um die Uhr auf eine schnelle und professionelle Hilfe der Feuerwehren verlassen“, so Wambach abschließend. Hob

Text und Bilder (Teils Archiv KFV Traunstein)
Hubert Hobmaier
Kreisfeuerwehrverband Traunstein