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Digitalisierung, Klimawandel und Ausbildungswesen
Viele Informationen der Inspektion – Heimische Feuerwehren auf gutem Weg
Landkreis Traunstein. In den Kommandantendienstversammlungen wurde einmal mehr deutlich, dass bei den Feuerwehren im Landkreis Traunstein in vielen Bereichen Anpassungs- und Veränderungsprozesse laufen. An vier Abenden präsentierten Kreisbrandrat Christof Grundner und einige Fach-Kreisbrandmeister über die unterschiedlichsten Entwicklungen und brachten so, alle 181 Kommandanten und ihre Stellvertreter der 80 Feuerwehren im Landkreis Traunstein auf einen aktuellen Stand. Deutlich wurde dabei eines, die Anforderungen an das ehrenamtliche Feuerwehrwesen sind enorm. Dennoch sind die Feuerwehren im Landkreis Traunstein auf einem guten Weg, die „Schwergewichte der Zeit“ zu meistern. Die Berichte aus den einzelnen Versammlungen folgen.
Strukturiert sind die heimischen Feuerwehren in insgesamt vier Inspektionsbereiche, die jeweils mit einem Kreisbrandinspektor und zwei Kreisbrandmeistern besetzt sind. Darüber hinaus gibt es in der Kreisbrandinspektion den Bereich „Florian Traunstein Land 1“, der sich über den gesamten Landkreis erstreckt. Neun Fach-Kreisbrandmeister und vier Fach-Berater kümmern sich hier unter anderem um die Themenfelder Ausbildung, Atemschutz oder auch Funk- und Führung. Insgesamt leisten in der Kreisbrandinspektion derzeit 26 Feuerwehrleute ehrenamtlich Feuerwehrdienst.
Große Themenbreite in den Dienstversammlungen
Die Themenvielfalt war in den Dienstgesprächen breit gefächert. Neben den Jahresrückblicken aus den Inspektionsbereichen (Berichte folgen), befassten sich die Brandschützer mit vielen Fachthemen, die alle Feuerwehren in der Region betreffen. Derzeit ist das Feuerwehrwehrwesen insbesondere mit den Themen Klimawandel und den Folgen für die Feuerwehr, Digitalisierung und Ausbildungsbetrieb beschäftigt. Die jeweiligen Sachstandberichte wurden bei allen vier Besprechungen in Unterwössen, Petting, Heiligkreuz und Stein präsentiert.
Die geplanten Sammelbeschaffungen von Löschgruppenfahrzeugen (LF 10) durch den Freistaat Bayern und den Landesfeuerwehrverband (LFV) nehmen konkrete Züge an. Zukünftig sollen diese Fahrzeuge gemeinsam ausgeschrieben werden, was den Kommunen viel administrative Arbeit und Kosten sparen wird. Geplant sind einheitlich ausgestattete Fahrzeuge, die allesamt die Anforderungen für eines LF 10 erfüllen.
Mehrere Fahrzeuge aus Landes- oder Bundesbeschaffungen
Darüber hinaus modernisiert der Freistaat Bayern derzeit seine Ölwehrausstattung. Hier ist der Leitstellenbereich Traunstein, mit dem Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein eine Pilotregion. Der Landkreis Traunstein wird hierbei unter anderem mit einer Führungskomponente ausgestattet. Dazu hat die Feuerwehr Lampoding beispielsweise bereits einen Kommandowagen erhalten und in Seeon wird ein Einsatzleitfahrzeug erwartet.
Aus dem Katastrophenschutzmitteln des Bundes wird außerdem ein ABC-Erkundungskraftwagen erwartet. Dieser wird bei der Feuerwehr Traunreut stationiert. Das Fahrzeug ist mit einer umfangreichen Messausstattung für atomare, biologische und chemische Gefahren ausgestattet und wird in die Messzüge integriert. Weiter wurden die Kommandanten darüber informiert, dass die Zuwendungen für die Feuerwehrausstattung überarbeitet wurde. Beispielsweise können nun Zuwendungen für Generalsanierungen von Gerätehäusern beantragt werden.
Erfolgreiche Nachwuchsarbeit – 2026 Zeltlager in Taching
Im Nachwuchsbereich berichteten Cornelia Kübler und Jan Schröter über zahlreiche Themen. Neben einem Workshop für die Nachwuchsbetreuer wurde erstmals ein Jugendwarteausflug organisiert, der die Betreuer in die Feuerwehrerlebniswelt nach Augsburg führte. Rund 400 Jugendliche beteiligten sich am Tag der Jugendfeuerwehr, der in diesem Jahr in Pietling durchgeführt wurde.
Im kommenden Jahr wird Taching das Mekka für die Feuerwehrnachwuchs. Dort findet der Tag der Jugendfeuerwehr zusammen mit einem Zeltlager zwischen 17. Juli und 19. Juli 2026 am Strandbad statt. In diesem Jahr wurden außerdem sieben neue Kinderfeuerwehren in Traunreut, Stein, Matzing, Traunwalchen, Holzhausen, Bergen und Altenmarkt gegründet. Darüber hinaus steht die Gründung der Kinderfeuerwehr Tittmoning in den Startlöchern.
Konzept zur Führungsunterstützung geht in die Pilotierung
Aus dem EDV-Bereich berichteten Thorsten Lohner und Maximilian Geppert. Im KFV-Portal, der Datenbank, die alle Feuerwehrleute im Landkreis verbindet, sind mittlerweile 7.300 Personen und 2.400 Lehrgänge erfasst und 16.100 Dokumente hinterlegt. Das System soll weiter ausgebaut und weiterentwickelt werden. Dazu hat auch in diesem Jahr ein Anwendertreffen stattgefunden. In der Einsatzleitsoftware EDP4 wurden die Möglichkeiten zur Einsatzdokumentation unter anderem mit einer digitalen Lagekarte erweitert. Derzeit läuft außerdem das Ausrollen des „Fahrzeug Trackings“. Ziel ist es, dass alle Einsatzfahrzeuge mit ihren aktuellen Standortdaten erfasst werden können.
Ingo Klepke berichtete unter anderem über die Entwicklung der Führungsunterstützung für die Feuerwehren. Hier sollen Einsatzleitfahrzeuge und Mehrzweckfahrzeuge zusammen mit speziell geschulten Einsatzkräften zukünftig die Einsatzleitungen vor Ort unterstützen. Hier startet die Pilotphase im Frühjahr und soll im kommenden Jahr vollständig ausgerollt werden.
Online-Winterschulungen für Führungskräfte
In den Wintermonaten wird für alle Führungskräfte des Landkreises erneut eine Online-Führungskräfteausbildung angeboten. Aufgeteilt in drei Themenblöcke werden verschiedene Themenfelder in einer Videokonferenz beleuchtet. Geplant ist eine Veranstaltung zu Batterie-, Elektro- und allgemeinen Einsatzhinweisen bei Bränden sowie das Themenfeld Ölunfall bei denen aktuelle Hinweise zu Einsätzen bei Ölspuren, Öl auf Gewässer, Austritt größerer Mengen und sowie die Zusammenarbeit mit den Fachbehörden gegeben werden. Der dritte Block befasst sich mit dem Thema Führungsarbeit.
Kreisfeuerwehrarzt Holger Hübner informierte unter anderem über die geplante Einführung der „Ersten Hilfe Ausbildung“ im Rahmen der Grundausbildung. Diese ist fester Bestandteil auf dem Weg zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau und soll zukünftig für die Feuerwehren einen besseren Zugang ermöglichen. Dies und zahlreiche weitere Themenfelder zur Organisation, der Alarmierung oder auch der verbandlichen Strukturen wird dem Kommandanten einem neugeschaffenen Tagesseminar nähergebracht.
Katalog für Sondereinsatzmittel präsentiert
Fach-Kreisbrandmeister Matthias Seidenfuss informierte unterdessen über die Entwicklung des Katastrophenschutzlagers. Darüber hinaus präsentierte er einen ersten Entwurf des Sondereinsatzmittelkataloges. Dieser soll zukünftig helfen, schnell einen Überblick bei speziellen Themen verschaffen und die Möglichkeiten spezieller Einsatzmittel wie Drohnen, Lautsprecheranlagen oder auch Pumpen und Aggregate liefern.
Bei der Einsatzplanung laufen derzeit ebenfalls größere Projekte. Für alle Bahnstrecken werden derzeit Einsatzpläne erarbeitet oder überarbeitet. Hier richtet sich der Blick in Richtung Zugänglichkeit, Löschwasserversorgung oder Bereitstellungsräume. Darüber hinaus werden die Übungssamstage im kommenden Jahr zu verschiedenen Schwerpunktthemen angeboten. Dabei können sich die Feuerwehren beispielsweise zu den Themenfeldern „Brand“ oder „Technische Hilfe“ anmelden.
2.300 Lehrgangsplätze auf Landkreisebene
Hinsichtlich der Entwicklung an Lehrgangsplätzen an den Feuerwehrschulen ergibt sich zwar ein insgesamt sinkender Bedarf, dennoch ist nach wie vor bei den wichtigen Lehrgängen wie „Gruppenführer“ beziehungsweise „Zugführer“ oder auch „Jugendwart“ eine Unterdeckung vorhanden. Für die heimischen Feuerwehren hat sich allerdings die Situation verbessert, einen freigewordenen Lehrgangsplatz zu ergattern. Im KFV-Portal wurde eine Restplatzbörse eingeführt, die nun schnell einen Überblick über freie Lehrgangsplätze auf Landkreis- und Landesebene bietet.
Der Ausbildungsverantwortliche Florian Ettmayr informierte über den neuen Lehrgangskatalog des Kreisfeuerwehrverbandes. Auf der Ebene des Kreisfeuerwehrverbandes werden im kommenden Jahr 53 verschiedene Lehrgangstypen angeboten. Insgesamt stehen in diesem Bereich mehr als 2.300 Lehrgangsplätze zur Verfügung. Das neue Heft „Dein Einstieg in die Feuerwehr“ fand bei den Feuerwehren großen Zuspruch. Es soll helfen, die Modulare Truppausbildung (MTA) zu gliedern beziehungsweise zu strukturieren. Hob
Text und Bilder
Hubert Hobmaier, Anita Mußner, Stefan Lohwieser,
Kreisfeuerwehrverband Traunstein